Sonntag, 11. November 2007, 17.15 Uhr
Reformierte Kirche Egg
Samstag, 3. November 2007, 19.30 Uhr
Tonhalle Zürich
Franz Liszt: Christus
Oratorium in drei Teilen für Soli, Chor und Orchester
Mein Christus Oratorium ist endlich seit gestern soweit fertig gebracht, dass mir nunmehr blos die Revision, die Abschrift und der Ciavierauszug übrig bleiben - so Liszt am 2.Oktober 1866 in einem Brief an den Chefredakteur der Neuen Zeitschrift für Musik. Das Thema beschäftigte ihn schon lange, bereits im Jahre 1853 wollte er das Textbuch in Auftrag geben und 1857, als er in Aachen Lenfance du Christ von Berlioz dirigierte, ersuchte er die Fürstin Wittgenstein das Konzept des Textbuches anzufertigen. Erst 1862 setzte Liszt sich ernsthaft mit dem Thema auseinander und stellte den Text selbst aus der Heiligen Schrift und Texten aus der katholischen Liturgie zusammen.
Das Werk gliedert sich in 3 Hauptteile:
I. WEIHNACHTS-ORATORIUM
1. Einleitung Rorate coeli (lsaias 45,8.)
2. Pastorale und Verkündigung des Engels Angelus Domini (Lucas 2, 10-14.)
3. Stabat Mater speciosa (Hymne)
4. Hirtenspiel an der Krippe
5. Die heiligen drei Könige (Marsch) Et ecce stella (Matthäus 2,9.)
II. NACH EPIPHANIA
III. PASSION UND AUFERSTEHUNG
Saara Vainio, Sopran
Barbara Kandler, Mezzosopran
Simon Witzig, Tenor
Michael Mrosek, Bariton
Singkreis Egg
Cantus Zürich
Consortium Musicum, Orchester
Andreas Schönenberger, Orgel
Bereits im Jahr der Vollendung des Werkes wurden bereits 2 Teile uraufgeführt, das Weihnachtsoratorium im darauf folgenden Jahr. Das vollständige Werk wurde erstmals 1873 in Weimar unter Leitung von Liszt und später im Jahr in Wien zur Aufführung gebracht.
Christus ist Programmusik. Wie Liszt früher schon z.B. in die Partitur der Dante-Symphonie Textzitate von Dante einfügt so schreibt er hier Sätze des Propheten Jesajas und des Evangelisten Matthäus über die Noten. Das ganze Werk bildet über zahlreiche thematische Zusammenhänge eine Einheit. Sein Motto ist die gregorianische Melodie Rorate coeli. Aus dieser webt sich die Einleitung des 1. Teiles. Sie kehrt am Anfang des 2. Teiles, sowie am Anfang und Ende des 3. Teiles wieder. Auch im zweiten Satz hält sich Liszt an eine gregorianische Melodie. Die Melodie des Angelus kehrt aber in abgewandelter Form auch in einigen anderen Sätzen wieder.