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Konzert: Vivaldi - W.F.E. Bach - C.P.E Bach

Sonntag, 12. November 2006, 17.15 Uhr
Reformierte Kirche Egg

Antonio Vivaldi - Gloria
Wilhelm Friedrich Ernst Bach - Vater unser
Carl Philipp Emanuel Bach - Magnificat

Beatrice Ruchti, Sopran
Andrea Weilenmann, Mezzosopran
Mark Grundler, Tenor
Michael Mrosek, Bass

Singkreis Egg
Consortium Musicum, Orchester
Leitung: Walter Riethmann

Von Vivaldi bis zum letzten Komponisten der Familie Bach

Mehr als zweihundert Jahre schrieb die Familie Bach Musikgeschichte. Der berühmteste Bach war zweifellos Johann Sebastian, aber diesen Bach wollen wir Ihnen in unserem Konzert nicht vorstellen. Seine vier komponierenden Sohne sind als Vertreter des übergangs zur Klassik in die Musikgeschichte eingegangen. Ihre Werke werden aber auch heute noch selten aufgeführt, vielleicht auch darum, weil sich ihre Musik stilistisch „zwischen Stühlen und Bänken“ befindet. Den Barockstil ihres Vaters haben sie zwar abgeschüttelt, aber wie Mozart klingt ihre Musik noch nicht. Sie gehoren demnach in die Epoche der Frühklassik oder des „Sturm und Drangs“, wie etwa die Dichtung des jungen Goethe.

Wilhelm Friedrich Ernst Bach - Vater unser

Aber haben Sie gewusst, dass auch noch ein Enkel von Johann Sebastian als Komponist tätig war? Wilhelm Friedrich Ernst Bach, der letzte Spross der über sechs Generationen hinweg komponierenden Familie war ein Sohn von Johann Christoph Friedrich, des „Bückeburger“ Bachs, und kam 1759 zur Welt. 1778 kam er nach London und wohnte bei seinem berühmten Onkel Johann Christian Bach. Wilhelm Friedrich Ernst gelang es, dort zu konzertieren und seine Erstlingswerke in London und Amsterdam zu veroffentlichen. Nach dem Tod von Johann Christian kehrte der junge Komponist nach Minden in Deutschland zurück und nahm die Aufgabe eines Musikdirektors wahr, 1789 wurde er an den Berliner Hof berufen. Wilhelm Friedrich Ernst Bach starb erst 1845, er hatte also Beethoven um einige Jahre überlebt und auch noch die Musik von Felix Mendelssohn gehort! Sein „Vater unser“, das der Singkreis aufführen wird, ist eine Kantate für Tenor, Bass, Chor und Orchester, wobei der Chor das bekannte Gebet singt, die Solisten aber einen freien Text interpretieren. Seine Musik klingt sehr nach Haydn, bei den Versen der Solisten denkt man an Mozarts Zauberflote, nicht ganz zufällig, denn auch Bach gehorte der Freimaurerloge an.

Carl Philipp Emanuel Bach - Magnificat

Unter den Musikern hat Carl Philipp Emanuel Bach den Ruf des radikalsten Erneuerers aller vier komponierenden Sohne von Johann Sebastian. Dennoch steht sein Magnificat im Schatten der berühmten Komposition seines Vaters und wird nur selten aufgeführt. In seiner kompositorischen Anlage erscheint es mir gar noch das ambitioniertere Werk, und es stellt Chor und Solisten vor anspruchsvolle Aufgaben. Prächtig ist auch die Orchesterbesetzung: Neben Streichern und Holzbläsern erklingen auch zwei Horner, drei Trompeten und Pauken.

Antonio Vivaldi - Gloria

Mit dem Namen Antonio Vivaldi verbinden sich zweifellos zwei der berühmtesten Werke des Barock, die „Vier Jahreszeiten“ und das „Gloria“. Letzteres Werk ist eine besondere Kostbarkeit unter seinen nicht gerade zahlreichen Werke der geistlichen Musik. Es ist im frühen 18. Jahrhundert erstmals in Venedig aufgeführt worden, als Vivaldi als Maestro die Coro im Venezianischen Ospedale della Pietà gearbeitet hatte.