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Die Geschichte des Singkreises Egg

Die Gründung des reformierten Kirchenchores ist nicht ganz eindeutig festzulegen. Einerseits wird sie in Zusammenhang mit dem damaligen Pfarrer Konrad Paur bereits 1894 erwähnt, anderseits wird die Entstehung anno 1895 dem Hinteregger Lehrer, Organisten und Dirigenten des Egger Männerchores sowie des Frauen- und Töchterchores, Hans Hoppeler, zugeschrieben, welcher 1896 zum ersten Mal mit dem Chor öffentlich auftrat.

Erste Statuten entstanden 1894 und es wird vermutet, dass die eigentliche Gründungsversammlung 1895 stattfand.

Die jeweiligen Proben waren alle zwei Wochen und fanden dann ab Mitte der zwanziger Jahre wöchentlich statt. Gesungen wurde an allen hohen Feiertagen. Ferner sang der Chor an Hochzeiten und Beerdigungen von Chormitgliedern und Gönnern und trat später auch an gewissen Dorfanlässen und 1. August-Feiern auf. Zu jener Zeit bestanden schon der Tochterchor sowie die Männerchore Egg und Esslingen. Wurde von einem der singenden Vereine eine Aufführung geplant, waren die restlichen Chore aufgefordert, sich daran zu beteiligen.

So fand das erste Konzert des Kirchenchors unter Mitwirkung des Tochter- und Männerchores Egg mit zwei Solisten (Orgel und Violine) am 21. Mai 1911 statt. Programme wurden gedruckt und Billette verkauft: 1. Platz Fr. 1.-- und 2. Platz Fr. -.60, was Gesamteinnahmen von Fr. 173.-- ergab. Anschliessend traf sich der Chor zum gemütlichen Beisammensein im Restaurant Hirschen.

Das Programm war weltlichen Inhalts, auch wenn der Chor dem schweizerischen Kirchengesangsbund angehörte und regelmässig am kantonalen Kirchengesangstag teilnahm. Im Protokoll der GV vom 18. Februar 1917 steht: Der Kirchenchor Egg galt immer als einer der besten Kirchenchore im Bezirk, wenn nicht als der beste.

Häufiges, regelmässiges Reisen, meist zweitägige Ausflüge, gehörten dazu. Laut Protokoll der GV 1939 waren es 45 Reisen innert 38 Jahren. Natürlich wurde während der Schulferien und des „Heuets“ nicht gesungen. Der Wiederbeginn der Proben wurde jeweils im „Anzeiger von Uster“ publiziert.

Von Bedeutung dürfte die Tatsache sein, dass in den ersten 25 Jahren nur ledige Frauen auf der Mitgliederliste waren. Bei Heirat gaben sie den Austritt oder traten zu den Passiven über. Ob dies wohl zur „natürliche Regulierung“ der verschiedenen Stimmen gedacht war? Trotzdem wurde der Chor vom Direktor (Dirigenten) stets ermahnt, neue Männerstimmen zu werben. Dies scheint seit 100 Jahren ein Thema zu sein.

Während dieser langen Zeit bemühten sich 4 Chorleiter um das Wohl und das Niveau des Kirchenchores. Es waren dies die beiden Herren Lehrer Hans Hoppeler und Fritz Bertschinger, dann Henry van Voornfeld und von 1975 bis 2008 Walter Riethmann. Nach einer Interimsleitung durch Bernhard Weber hat Ernst Buscagne im Mai 2009 die Leitung inne.

Weit weniger beliebt war das Amt des Präsidenten, welches während des ganzen Jahrhunderts auf 14 verteilt war. Zuerst bekleideten diese Stelle nur die Pfarrherren, dann nur Herren und später vorwiegend Damen. über die Mitgliederbeiträge gab es auch noch einiges zu lesen in den alten Statuten. Sie wurden dann allerdings 1962 abgeschafft. Die Mitgliederzahlen schwanden von anfänglich 72 Mitgliedern (1903) bis auf 14 (1974), um dann wieder zuzunehmen. Heute hat sich die Mitgliederzahl zwischen 60 und 70 eingependelt.

Freundschaftliche Beziehungen zu anderen Chören wurden schon in früheren Jahren gepflegt, so z.B. zu den Chören von Uster, Mönchaltorf und dem Neumünsterchor, der heute Cantus Zürich heisst und vom ehemaligen Dirigenten des Singkreis Egg geleitet wird. Viele der Singfreudigen kommen heute von ausserhalb der Gemeinde Egg, nämlich aus Mönchaltorf, dem Zürcher Oberland, vom See und aus der Stadt Zürich.

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